Michael Sontag

ABOUT THE BRAND
Der Designer Michael Sontag betrachtet seine Arbeit als Ganzes. Daher zieht er es vor, seine Mode nicht als Kollektion zu definieren, sondern als sein allgemeines „Werk”. Sontag sieht seinen Produktionsprozess als fließend an. Die Übergänge von Saison zu Saison bauen aufeinander auf. Seine Präsentationen sind Momentaufnahmen ohne statischen Charakter, stattdessen werden sie als Versuch bzw. Angebot betrachtet. Mit diesem Ansatz möchte der Designer die üblichen Grenzen der Mode verwischen und eine Allgemeinheit schaffen, die losgelöst ist von Modeparametern wie Jahreszeiten, Trends und Verbraucheraltersgruppen. Dieser Ansatz zeigt sich in der Klarheit seiner Entwürfe. Entwürfe, die nie gezeichnet wurden, wurden durch Sontags Drapierungsarbeit auf Mannequins zum Leben erweckt.
ABOUT THE COLLECTION
Die Kollektion von Michael Sontag murmelt durch Form, Material und das leise Beharren der Gestalt; sie entfaltet sich als lebendige Erzählung im Raum, in der Kleidungsstücke mit der Bewegung von Körpern und Licht atmen. Jedes Stück verweilt, offenbart sich in Fragmenten, in Echos seiner eigenen Entstehung – ein Dialog zwischen Oberfläche und Schatten, zwischen Gewicht und Luft.
Geformt durch intuitive und abstrakte Gesten, treiben und setzen sich die Silhouetten ab – sanft androgyn, leicht an den Körper gebunden und doch ungebunden. Strickwaren, gefiedert mit Taktilität, schweben mit Farbe und Spiel, während kontrastierende Materialien mit bewusster Spannung Akzente setzen. Leder zieht sich durch das Volumen – nicht als Behauptung, sondern als Kontrapunkt, ein Gegengewicht zum Schweben, das Fragilität und Struktur koexistieren lässt. Die Kollektion ist zugleich schelmisch und akribisch, spielerisch und bedacht, gemustert und doch wandernd.
Zeit bewohnt jeden Stich, jeden Fall des Stoffes und wird sichtbar in der Pause der Konstruktion und im subtilen Beharren der Materialität. Präsenz wird nicht aus dem Spektakel gezogen, sondern aus Sorgfalt, Aufmerksamkeit und der Geduld des Machens. In der Arbeit wird das Gleichgewicht gehalten – Weichheit gegen Stärke, Intuition gegen Struktur, Bewegung gegen Stillstand – ohne Auflösung, nur Koexistenz, die zu Reflexion, Empfindung und stiller Gemeinschaft mit dem Sichtbaren und dem Geflüsterten einlädt.
Alle Bilder sind im offiziellen Berlin Fashion Week MEDIA HUB zu finden.




